Donnerstag, 24. September 2026

Totales Unverständnis

Ich bin immer wieder erstaunt, wie abgebrüht Menschen sein können. Ich kann gar nicht so schlecht denken, wie diese Menschen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, durchs Leben gehen und damit meist auch noch durchkommen. So möchte ich nie im Leben sein. Deutlicher kann ich an dieser Stelle nicht werden, leider. Gestern gab es eine neue Information, die mir wieder mal den Schlaf geraubt hat. Ich habe das alles so satt. Warum wird Geduld, Nettigkeit und/oder Großzügigkeit so schamlos ausgenutzt?

Das Picknick mit Kuchen und Eis mitten in der Nacht war so gar nicht gut. Ich habe festgestellt, dass ich nicht 'stabil' genug bin, das ungesunde Zeug im Haus zu haben, also kaufe ich es erstmal nicht mehr. 

Den Tag begonnen habe ich in der Garage, ich bin endlich fertig mit Eibenabschnitt kleinschneiden. Und dann habe ich dort noch ein bißchen aufgeräumt und festgestellt, dass ich auch die Garage komplett ausräumen und neu organisieren muss. Da ist so viel drin, das dort eigentlich gar nicht hingehört. Und dann noch diese Ecke, in die ich alles reingestopft habe, damit erstmal Platz für die Autos war. Im Winter wird Dianas Fahrrad dort auch noch seinen Platz finden. Ich werde am besten an einem Tag, an dem das Wetter schön ist, alles rausräumen und nur das darf wieder rein, was auch dorthin gehört.

Ich weiß nicht warum, mir ist es gerade wichtig, nach außen hin die Fassade in Ordnung zu bringen, den Anschein zu erwecken, dass ich alles im Griff habe und es nicht aussieht wie bei Hempels unterm Sofa, obwohl die Lage eigentlich ja noch viel schlimmer ist. Die Schilderung einer Freundin über ihren Partner hat mich sehr nachdenklich gestimmt, denn ich erkenne mich in so vielem wieder. Diese komplette Antriebslosigkeit, Resignation, Verdrängung. Ich bin erst seit diesem Jahr wieder wirklich in der Lage, mich in Minischritten zu verändern und aktiv gegen die Agonie anzugehen. Mich nicht von dem Gefühl niederstrecken zu lassen, das sagt "es ist zu viel, das schaffst du eh nicht, also brauchst du es gar nicht erst versuchen". Momentan liege ich im Bett/sitze irgendwo rum und überlege mir den nächsten Arbeitsschritt. Dann kann ich mich motivieren, aufzustehen und ihn zu erledigen. Oft stelle ich mir den 15 Minuten-Timer und wenn ich keine Energie mehr habe, höre ich dann auf und mache später weiter. Das ist nämlich auch so ein Thema: Aufgaben zuende bringen. Ich fange so vieles an und breche dann mittendrin ab. Inzwischen schaffe ich es zumindest bei den meisten Projekten, sie dann in mehreren Etappen zuende zu bringen. Meine Fortschrittfotos helfen da zusätzlich. Außerdem habe ich mir antrainiert, Dinge sofort nach Gebrauch zu verräumen und nicht erst mal irgendwo hinzulegen. Das hilft schon ungemein beim  Aufrechterhalten des Status quo.

Und es bleibt dabei, ich möchte so gern lernen, so viel wie möglich selbst zu machen, nicht nur weil es Geld spart, sondern auch, weil ich es können möchte und stolz sein möchte über etwas, das ich selbst erledigt habe.

Heute habe ich endlich mal wieder richtig gekocht, es war sehr lecker, obwohl mir das Pü schon mal besser gelungen ist.



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